Berlin ohne Guggenheim und Pergamon-Altar

Museumsinsel Berlin

Die Bundeshauptstadt, die sich gerade auf den Start der 62.Berlinale am Potsdamer Platz vorbereitet, muss sich auf den Verlust von gleich zwei großen kulturellen Attraktionen gefasst machen: Gerade erst teilte die Deutsche Bank mit, dass zum Jahresende die Berliner Niederlassung des weltberühmten Guggenheim Museums in den Räumen der Bank am Prachtboulevard Under den Linden geschlossen werden soll. Vor allem zeitgenössische europäische Kunst wurde hier ausgestellt und dann an die anderen Guggenheim Museen in Venedig und Bilbao weitergereicht, sowie an den Hauptsitz in New York. Dort ist das berühmte Guggenheim Museum am Central Park mit seiner markanten Treppe eine der größten Touristenattraktionen der „Museum Mile“ neben dem Metropolitan Museum.

In Berlin besuchten etwa 1,8 Millionen Menschen die bislang 57 Ausstellungen. Was ab 2013 in den Räumen der Deutschen Bank zu sehen sein wird, ist noch nicht klar. Bankchef Josef Ackermann spricht schwammig von einem geplanten Dialogforum für Kultur, Politik und Wirtschaft. Die Guggenheim Stiftung wird den Verlust der Berliner Räumlichkeiten verschmerzen können: 2013 soll das von Star-Architekt Frank Gehry erbaute Guggenheim Museum in Abu Dhabi feierlich eröffnet werden. Auf der Insel Saadiya Island entsteht derzeit das größte kulturelle Zentrum des Mittleren Ostens, das neben dem Guggenheim auch den arabischen Ableger des Louvre enthalten wird, das Zayed National Museum und ein Maritim Museum.

Auch der Pergamonaltar verschwindet aus der Öffentlichkeit

Schmerzhafter dürfte für Berlin Touristen der Verlust des Pergamonaltars werden, der ab 2014 für drei Jahre nicht zu sehen sein wird, wenn im Pergamonmuseum dringend notwendige Renovierungsarbeiten durchgeführt werden. Jedes Jahr zieht die imposante Marmorstruktur aus dem 2.Jahrhundert v.Chr., die 1878 von deutschen Archäologen aus der Türkei nach Berlin gebracht wurde, über 1,3 Millionen Besucher an und gilt neben der Nofretete als bekanntestes Museumsstück Berlins.

Die 62.Berlinale beginnt morgen

Immerhin hat Berlin noch seine Filmfestspiele, die morgen zum 62.Mal beginnen. Den Vorsitz über die Jury, die jedes Jahr die silbernen und goldenen Bären vergibt, hat in diesem Jahr der britische Filmemacher Mike Leigh, der vor allem für seine sozialkritischen Filme aus dem britischen Arbeitermilieu bekannt ist. Ihm zur Seite stehen hochkarätige Schauspieler und Regisseure wie Anton Corbijn, Asghar Farhadi, Charlotte Gainsbourg, Jake Gyllenhall, Francois Ozon, Boualem Sansal und Barbara Sukowa.

Auch große Hollywood-Stars haben ihr Kommen in Berlin angekündigt: Meryl Streep, die den nächsten Oscar fast schon in der Tasche hat und mit einem Ehrenbären für ihr Lebenswerk ausgezeichnet wird, bringt ihre Thatcher-Biografie „The Iron Lady“ mit und Ex-Vampir Robert Pattison versucht sich mit der Verfilmung des französischen Literaturklassikers „Bel Ami“ neben Uma Thurman als ernstzunehmender Schauspieler. Angelina Jolie wird in diesem Jahr als Regisseurin in Erscheinung treten und das Bürgerkriegsdrama „In the Land of Blood of Honey“ vorstellen. Auch der französische Superstar Isabelle Huppert hat sich angesagt: Sie spielt die Hauptrolle in „Captive“, einem Film der von einer Gruppe Touristen erzählt, die einer muslimischen Terrorgruppe in die Hände fällt. Den Auftakt macht ebenfalls ein Werk aus Frankreich: Der großangelegte Historienschinken „Leb wohl, meine Königin“ mit Léa Seydoux, Virginie Ledoyen und Diane Kruger über die letzten Tage der unglücklichen Marie-Antoinette vor der französischen Revolution.

©Foto: 2012 Fotolia – fhmedien_de

You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 Responses are currently closed, but you can trackback.

Comments are closed.