CeBIT 2012 im Zeichen der Wolke

Die IT-Wolke der Zukunft

Bundeskanzlerin Merkel eröffnete am heutigen Morgen höchstselbst die CeBIT in Hannover, die größte Fachmesse der Welt im IT-Bereich. Auch der Privatanwender verfolgt die Neuigkeiten der CeBIT mit großem Interesse, denn das dort heute vorgestellt wird, steht morgen häufig schon auf den Schreibtischen der Welt.

Liegt die Zukunft in den Wolken?

Ein großes Thema der CeBIT ist in diesem Jahr das sogenannte Cloud Computing, das Menschen dazu veranlassen soll, ihre Daten auf virtuellen Laufwerken im Internet abzuspeichern, so dass auch von unterwegs problemlos darauf zurückgegriffen werden kann. Diese virtuellen Laufwerke befinden sich in den sogenannte „Clouds“ (Wolken), abgesicherten Plattformen im Internet, deren Server in großen Rechenzentren stehen.

Im Kleinen kann man sich das so vorstellen, als ob man einen Dateianhang von seiner eigentlichen E-Mail-Adresse an eine Webmail-Adresse verschickt und die Datei an anderem Ort wieder herunterlädt. In der Zwischenzeit liegt die Datei auf dem Server des jeweiligen Webmail-Betreibers – und gewissermaßen auch in einer Cloud. Auch Dienste wie das kürzlich lahmgelegte Megaupload funktionierten als virtueller Speicherdienst im Internet – und zeigen somit, wie anfällig das System für Eingriffe ist.
Datenschutz ist ein großes Thema – doch während immer unglaublich viel Wirbel um den Schutz persönlicher Daten gemacht wird und das „Tracken“ des Surfverhaltens im Internet, ist der Schutz der Daten in der Cloud vor paranoiden Regierungen bislang noch kein großes Thema. Wer beispielsweise seine umfangreichen Thesen für die Universität und die bevorstehende Doktorarbeit bei Megaupload gespeichert hatte, hat die Arbeit von Monaten oder womöglich Jahren durch den Zugriff des amerikanischen FBI unwiderbringlich verloren. Wer kann garantieren, dass dies bei Clouds auch renommierter Anbieter wie der deutschen Telekom der Fall sein wird, wenn paranoide Piratenjäger wieder illegale Musik- oder Filmdateien in der Cloud wittern?

Auch Geschäftskunden sind von Cloud-Diensten bislang nicht sonderlich überzeugt. Wer schützt vor dem Ausspionieren durch Hacker, wenn Firmeinterna wie die Buchführung in der Cloud gespeichert werden? Dabei muss es sich nichtmal um bösartige private Hacker wie „Anonymous“ handeln – auch Länder, die eine eher laxe Einstellung zum geistigen Eigentum pflegen, könnten angesichts der in der Cloud abgespeicherten Betriebsgeheimnisse schnell in Versuchung kommen.

…und was gibt es sonst noch so?

Natürlich ist das Cloud Computing nicht das einzige Thema der CeBIT 2012. Gerade für Privatanwender gibt es viele neue Gadgets zu bestaunen, die bald auch in den Regalen der Märkte zu finden sein dürfte. Microsoft stellt beispielsweise sein neuestes Betriebssystem Windows 8 vor, das ab Herbst im Handel erhältlich sein wird. Neu ist vor allem das innovative Metro-Design mit Touchscreen, das für Tablets und Smartphones entwickelt wurde, aber auch auf dem PC mit Tastatur und Maus funktioniert. Konkurrenz Apple will dagegen den iPad 3 präsentieren, das neueste Modell des bahnbrechenden Tablets – echte Innovationen dürften jedoch nicht zu erwarten sein.

Auch Gamer werden bei der CeBIT mit einigen Neuheiten verwöhnt, zum Beispiel der cinemizer OLED-Brille von Carl Zeiss, die beim Spielen ein neuartiges 3D-Gefühl vermittelt und Gamer direkt in die Welt ihres Spieles abtauchen lässt. Auch die neue Hardware bei Gamer-Computern und Laptops setzt auf den anhaltenden 3D-Trend und verbesserten Sound mit neuen Headsets. Die Gamer-Elite trifft sich in Halle 23 in der Free Gaming Area zu den Intel Extreme Masters, wo es u.a. Betakeys für die nächste Counterstrike-Ausgabe „Global Offensive“ und „Diablo III“ zu gewinnen gibt.

©Foto: Fotolia – krischam

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