Reisetrends 2012 auf der ITB Berlin

Auf der Berliner Messe ist die Welt zu Gast

Wenn in zwei Wochen die Internationale Tourismus Börse ITB in Berlin ihre Pforten öffnet, wird die Touristikbranche die üblichen Meldungen herausgeben: Wirtschaftsflaute hin, Arbeitslosigkeit her, Deutschland bleibt Reiseweltmeister und teure Fernziele sind dabei genauso gefragt wie Urlaub im Ferienhaus an der Nordsee.

Die Lust am Reisen spiegeln auch die Besucherzahlen der ITB wieder: Im letzten Jahr kamen insgesamt 68.398 Privatbesucher in der Berliner Messehallen am Funkturm um sich über die touristischen Angebote von 11.127 Unternehmen aus 187 Ländern zu informieren.


In diesem Jahr steht Ägypten als Partnerland im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Nach dem „arabischem Frühling“ und den noch immer anhaltenden Unruhen in Kairo setzt Ägypten in diesem Jahr auf umfangreiche Image-Kampagnen um Touristen zum Besuch zu ermutigen, denn in den Touristenorten am Roten Meer und am Sinai ist man auf die Urlauber aus dem kalten Norden dringend angewiesen.

Die Kreuzfahrtbranche boomt weiter

Zwar gab es nach der Havarie der Costa Concordia vor Italien eine leichte Delle beim Buchungseingang, doch insgesamt setzt sich der Trend zu Kreuzfahrten weiter fort. Immer mehr Menschen nutzen die relativ günstigen Preise der riesigen Kreuzfahrtdampfer, die auf Masse statt Klasse setzen, um per Schiff durch das Mittelmeer, die Ostsee oder die Karibik zu gondeln. Und wer einmal auf den Geschmack gekommen ist, gönnt sich durchaus einmal eine teurere Kreuzfahrt auf einem echten Luxusliner. Kein Wunder, dass die großen Kreuzfahrtanbieter wie Costa, MSC und Aida ihre Angebote in diesem Jahr weiter ausbauen.

Events 2012

Im Mittelpunkt des Interesses stehen auf der ITB auch die diesjährigen Ausrichternationen der großen Sportevents: Im Juni steigt zunächst die Fußball-EM in Polen und der Ukraine, anschließend ist London mit den Olympischen Sommerspielen dran. Dazu betreten Fans des Eurovision Song Contest Neuland in Aserbaidschan.

Die britische Metropole London hat sich bestens vorbereitet: Die Sportarenen im Ost-Londoner Stadtteil Stratford sind auf dem Weg zur Fertigstellung, die Infrastruktur ist ausgebaut und sogar ein riesiger neuer Shopping Mall mit Hotels und Kinos wurde für die Touristen in Stratford hingestellt. Sorgen machen den Briten derzeit nur die maßlos überhöhten Preise, die Hoteliers und Zimmervermieter in der ohnehin schon teuren Stadt während der olympischen Spiele verlangen. Füllen sich die Zimmer nicht, dürfen Touristen kurzfristig noch auf satte Rabatte hoffen.

Schwieriger ist die Lage im Osten: Die Veranstalter der Fußball-EM hinken vor allem mit dem Ausbau der Infrastruktur hinterher, so dass Fußballfans nur die Wahl zwischen dem teuren Flugzeug und einer 8-10-stündigen Zugfahrt haben um von einem Ort zum anderen zu gelangen. Dazu kommen die noch immer aufwändigen Grenzkontrollen zwischen Polen und dem Nicht-EU-Land Ukraine. Zwar brauchen Besucher aus Deutschland kein Visum mehr für die Ukraine, doch die Grenzkontrollen können gut und gerne mehrere Stunden in Anspruch nehmen. Doch wer die Mühe auf sich nimmt, wird in der Ukraine (wo die deutsche Mannschaft in Lwiw (Lemberg) und Charkow spielt) mit interessanten Städten und den schönen Stränden auf der Krim-Halbinsel belohnt.

Noch weiter in den Osten geht es für Fans des Eurovision Song Contests, der in diesem Jahr in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku am Kaspischen Meer stattfindet. Kaum jemand weiß jedoch um die Schönheit der Altstadt von Baku mit ihren persischen Wurzeln und beeindruckenden islamischen Monumenten wie dem Palast der Schirwanschahs in der Altstadt, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Und wer eine Eintrittskarte für den ESC besitzt, braucht kein Visum mehr im Vorfeld zu beantragen, sondern erhält es bei der Einreise in Baku.

ITB vom 7.03. – 11.03.12

Die ITB öffnet am 7.März für Fachbesucher ihre Pforten und am Samstag, dem 10.März dann auch für Privatbesucher. Die Messehallen sind Samstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet, die Tickets kosten 14,00 Euro (Online 12,00 Euro, ermäßigt 8,00 Euro). Kinder bis 14 Jahre haben freien Eintritt.

©Foto: Fotolia – Michael Neuhauß

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