Die Trends der Leipziger Buchmesse

Eine Besucherin im Hörbuchbereich in Halle 3

Leipziger Buchmesse GmbH Stefan Hoyer

Die 163.500 Besucher, die im März zur Leipziger Buchmesse strömten, bewiesen, dass das geschriebene Wort noch lange nicht „out“ ist. Insgesamt 2071 Verlage aus 44 Ländern präsentierten dem Publikum neue Bücher aus allen Bereichen.

Das Feuilleton stürzte sich traditionell auf die neuesten Werke der gehobenen Literatur, die ansonsten wie Blei in den Regalen der deutschen Buchläden liegt, wobei vor allem Christian Krachts nicht ganz unumstrittenes Werk „Imperium“ im Mittelpunkt des Interesses stand. Er schildert darin die Geschichte des deutschen Auswanderers August Engelhardt, der zu Beginn des 20.Jahrhundertsin die Südsee zog um dort eine Art Kommune zu gründen, in der alle nur noch von Kokosnüssen lebten. Das ging nicht gut. Einem Kritiker des Spiegels schoss das Buch in den falschen Hals und eine Tirade, die Kracht Faschismus und rechtes Gedankengut vorwarf, war die Folge. Was wiederum ellenlange Beiträge in den Feuilletons der Republik nach sich zog.
Der normale Besucher der Leipziger Buchmesse dagegen hatte andere Interessen: Zum Beispiel das europäische Treffen der „Cosplayer„, jener Fans von japanischen Anime-Filmen und Mangas, die sich gerne anziehen wie ihre Helden. Weil das anscheinend nicht genug hergab, durften auch Musicalfans in Verkleidung mitmachen, darunter eine Gruppe, die die Katzenkostüme aus Andrew Lloyd Webbers „Cats“ originalgetreu nachgebastelt Den Wettbewerb gewann trotzdem eine Gruppe, die sich als Samurai Warriors gestylt hatte. Der Cosplay-Wettbewerb im Rahmen der „Comics in Leipzig“ Unterausstellung bestätigte den Trend zu Mangas, Comics im Allgemeinen und Fantasy, der die Welt seit einigen Jahren in seinen Bann schlägt.
Begonnen hatte es mit Harry Potter und den eher harmlosen „Tintenherz“-Erzählungen von Cornelia Funke, doch schon bald folgten „härtere“ Stoffe wie das durch die epische Film-Trilogie von Peter Jackson ausgelöste Revival von Tolkiens „Herr der Ringe“ (das mit der Verfilmung von „The Hobbit“ zum Jahresende 2012 wohl erneut aufleben wird) und zuletzt die grandiose Saga „Ein Lied von Eis und Feuer“ von George R.R. Martin, die der amerikanische Sender HBO mit riesigem Erfolg unter dem Titel des ersten Buches „Game of Thrones“ als epische Miniserie verfilmte. Sicher spielt auch die Quervermarktung von Literaturvorlagen, Verfilmungen und Computerspielen eine Rolle und so ist es nur eine Frage der Zeit, bis große Fantasy-Spiele wie die Welt von „World of Warcraft“ oder das Skyrim-Universum auch auf der Kinoleinwand erscheinen und als Bücher weitervermarktet werden.
Neuestes Mitglied dieser Vermarktungskette ist die Trilogie „The Hunger Games“ von Suzanne Collins (auf Deutsch „Die Tribute von Panem“), die bereits als Buch, eBook und Hörbuch vorliegt und deren erster Band nun in die Kinos kommt. Ein Computerspiel, in dem sich der Gamer selbst wie Katniss durch die Gladiatorenkämpfe von Panem schlagen muss, ist natürlich auch schon im Handel.
Der qualitative Bogen der neuen Fantasy-Bestseller ist weit gespannt: Während Collins in der „Hunger Games“-Trilogie ernsthafte Gesellschaftskritik durchscheinen lässt und man Martin einfach für sein episches Konstrukt der „Sieben Königreiche“ (die lose auf dem mittelalterlichen Großbritannien und dem „Rosenkrieg“ zwischen den Häusern York und Lancaster basieren) bewundern muss, gehört das unsäglich reaktionäre Frauenbild der Mormonenschreiberin Stephenie Meyer mit ihren „Twilight“-Schmonzetten eigentlich verboten, ehe es junge Mädchen zu der Annahme veranlasst, dass Bella ein erstrebenswertes Vorbild sein könnte.
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Foto: Leipziger Messe GmbH / Stefan Hoyer

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