Weltfischbrötchentag in Schleswig-Holstein

Dass am gleichen Wochenende in Hamburg der berühmte Hafengeburtstag stattfindet, der jedes Jahr über eine Million Besucher an die Elbe lockt, ficht die Schleswig-Holsteiner nicht an: Sie feiern am 12.Mai entlang der Ostseeküste den Weltfischbrötchentag. Wie bitte?
Unter dem Motto „Meer auf die Hand“ wird dem traditionellen norddeutschen Fastfood gehuldigt, das gewöhnlich aus einem Brötchen besteht, in das ein Matjeshering oder ein Bismarckhering zusammen mit einigen Zwiebelringen gesteckt wurde. Sorgt nicht gerade für guten Atem, ist jedoch lecker und sogar relativ gesund. Vor allem im Vergleich zur Currywurst oder zum Cheeseburger.

Im Mittelpunkt des Interesses steht das Dorf Haffkrug in der Lübecker Bucht, knappe 20 Kilometer nördlich von Lübeck. Hier soll ein rekordverdächtiges 20 Meter langes Fischbrötchen serviert werden, an dem sich jeder kostenlos bedienen darf. Wer danach nicht mehr papp sagen kann, mag sich in einem der vielen Strandkörbe an der Ostsee erholen. Und wer nicht nur für ein Fischbrötchen so weit fahren will, kann die Stippvisite in Haffkrug mit einem Besuch im benachbarten Hansapark in Sierksdorf verbinden, wo Groß und Klein auf ihre Kosten kommen. Unser Tipp: Erst Achterbahn fahren, dann Fischbrötchen essen und nicht umgekehrt.

Natürlich ist Haffkrug nicht der einzige Ort, der an diesem Tag die einheimische Stulle würdigt: In Plön in der Holsteinischen Schweiz locken Köche mit ausgefallenen Kreationen, darunter einem Hechtburger und einem Fischbrötchen mit Silbermaräne. Wer lieber Kieler Sprotten zwischen den Brötchenhälften hat, muss dagegen nach Eckernförde fahren, wo diese auf den Tisch kommen.

Im Seebad Hohwacht wird dagegen eine Flunderparty geboten, bei der jedoch keine Flundern zwischen die Brötchenhälften kommen: Der Name bezieht sich auf die sogenannte Hohwachter Flunder, eine Plattform die in die Ostsee hineinragt und von einer 24 Meter hohen Pylone dominiert wird. Auf dieser Plattform gibt es zum Weltfischbrötchentag Lagerfeuerromantik und ein Konzert des Shantychores der Lütjenburger Liedertafel – und natürlich Fischbrötchen. Auch in Heiligenhafen zieht ein Shantychor durch die Restaurants des Ortes, während in Grömitz die Baltic Brass Band aufspielt.

Viel Programm gibt es auch in Kellenhusen: Hier können sich Besucher mit Aalraddrehen und Fischknobeln vergnügen, am Krabbenpuhlwettbewerb teilnehmen oder an einem Fischbrötchen-Quiz. Dazu gibt es die maritime Show „Uferlos“, den Kellenhusener Möwenschiss und Musik von Fire Beat. Der Tag bildet jedoch nur den Abschluss der sogenannten Kellenhusener Plattfischtage, bei denen es viele weitere Veranstaltungen rund um den Fisch gibt. Wer länger zu Gast ist, kann unter anderem an einem kulinarischen Dorfspaziergang unter dem Titel „Von Fischern und Seeräubern“ teilnehmen, der durch verschiedene Restaurants im Ort führt oder an Abendveranstaltungen.

Wem das zu langweilig ist, kann sich auch tagsüber an Trendsportarten wie Discgolf versuchen. Kellenhusen verfügt über die größte Discgolf-Anlage in ganz Deutschland mit insgesamt 22 Bahnen. Bei diesem Spiel wird eine Frisbeescheibe in Körbe befördert, ähnlich wie beim Golf der Ball in Löcher befördert werden soll. Und zur Stärkung gibt es anschließend ein Fischbrötchen.

©Foto: Wikimedia Commons

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